12. Februar 2018
 

Ernährungstherapie: Der BMI-Wert genügt nicht als Ernährungsdiagnose

 

Die präzise Messug der Körperzusammensetzung ermöglicht Rückschlüsse auf den Gesundheitszustand, auf Krankheitsentwicklungen und Sterberisiken. Der Verband der Diätassistenten (VDD) legt dazu eine wissenschaftlich fundierte Leitlinie vor - zu Messmethoden, zur Gewichtung bzw. Bewertung der Messergebnisse und zu ernährungstherapeutischen Konsequenzen.

"Wird evidenzbasierte Medizin (inclusive evidenzbasierter Diätetik) in der Praxis angewandt, ist eine Einschätzung des Ernährungszustandes essentiell. Gerade bei Tumor-, Atemwegs- und chronisch entzündlichen Darmerkrankungen oder nach bariatrischen Operationen können extreme Gewichtsabnahmen von zwei Kilo pro Woche auftreten. Deshalb sollten alle Angaben überprüft werden. Diätassistenten können durch korrekt erfasste und interpretierte Parameter, wie Körpergröße, Körpergewicht, fettfreie Masse, Handkraft, das Auftreten von Nebenwirkungen bei enteraler und parenteraler Ernährung reduzieren, dem Screening auf Mangelernährung mehr Aussagekraft verleihen, das Monitoring und die Dokumentation von Leistungen erleichtern und/oder die Compliance steigern," schreibt Ursula Lukas einleitend.

Für die genaue Erhebung des Ernährungszustandes und die darauffolgende Behandlung reicht die Bestimmung der Körpergröße und des Körpergewichts mit der Berechnung des Body-Mass-Indexes nicht aus. Abgesehen von möglichen BMI-beeinflussenden Messungenauigkeiten, lässt der BMI beispielsweise keine Rückschlüsse auf den Hydratationszustand sowie die Muskel- und Knochenmasse zu. Weitere anthropometrische Parameter und/oder funktionelle Tests für die Körperzusammensetzung und Handkraft, Laborwerte und die ärztliche Untersuchung sind notwendig, auch im Verlauf der Behandlung, und sollten möglichst innerhalb eines multidisziplinären Ernährungsteams erhoben werden.
 

   

zurück...

Impressum | Kontakt | © 2018 Pabst Science Publishers

 
 

Home

Psychologie

Anästhesie/
Intensivmedizin

Transplantation