18. Juli 2017
 

Neue Technik für selbständiges Leben im Alter: Nur die Personalisierung ist mangelhaft

 

Älter werden und möglichst selbständig bleiben: Die Technik bietet immer neue Hilfen. Guido Kempter, Isabella Hämmerle und Kollegen stellen in ihrem neuen Reader "Umgebungsunterstütztes Leben" mehr als 20 Neuentwicklungen vor. Active Assisted Living (AAL) dient Menschen in ihrem eigenen Zuhause und ähnlich in Pflegeeinrichtungen.

Vier elektronisch gesteuerte Produktgruppen stehen im Vordergrund:

  • Überwachung und Notfallerkennung: Telemonitoring, tragbare Sensoren, Bewegungsmelder, Ortungsgerät, Alarmtrittmatte, Sturzerkennung

  • Kognitive Unterstützung: Elektronische Erinnerungshilfen (z.B. für Medikamente), Terminplanung u.a.

  • Kommunikationshilfen: Telefon, Videoübertragung, eMail, SMS, Tagebuch auf iGoogle, telemedizinische Beratung

  • Informationsübermittlung, Koordination: Elektronische Patientenakte, Kollaborationstools zur Vernetzung der Versorger

Die Entwicklungen der AAL-Wissenschaftler sind ebenso kreativ wie anspruchsvoll. Dennoch konstatieren Guido Kempter und Isabella Hämmerle: "Langzeitstudien zur Art der Nutzung von AAL-Lösungen kommen zum Schluss, dass viele installierte Assistenztechnologien schon nach kurzer Zeit kaum bis gar nicht mehr in der beabsichtigten Weise genutzt und implementierte Dienstleistungen nur selten abgerufen werden. In den meisten Fällen lag jedoch der ursprünglich ermittelte Bedarf, auf dem die Auswahl der AAL-Lösung fußte, in gleichem oder verstärktem Ausmaß vor. Als Grund für die Nichtanwendung werden fehlende Konfigurationen, d.h. unzulängliche persönliche Einstellungen der Systeme und nicht oder mangelhaft ausdefinierte Technik-Service Prozessketten angeführt.

Aufgrund dieser unzureichenden Personalisierung kamen die potentiellen Effekte der Gesamtpakete wenig bis gar nicht zum Tragen." Damit bleiben den Entwicklern noch differenzierte Aufgaben - in möglichst enger Kooperation mit Anwendern.

Cornelia Kricheldorff, Lucia Tonello und Kollegen haben in ihren Studien festgestellt, dass inzwischen auch die meisten Älteren offen für technische/elektronische Hilfen im Haus sind. Wie der Dialog zwischen Technikern und Anwendern in Augenhöhe erfolgreich geführt werden kann, beschreiben die Sozialwissenschaftlerinnen in ihrem Paperback "IDA-Das interdisziplinäre Dialoginstrument zum Technikeinsatz im Alter".

 

   

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