15. März 2017
 

Forum für Austausch und Diskussionen

Von Mittwoch bis Freitag, 10. bis 12. Mai 2017, findet der Bremer Pflegekongress gemeinsam mit dem Deutschen Wundkongress (DeWu) erneut in der Messe Bremen und im Congress Centrum Bremen statt (Foto: MESSE BREMEN / Jan Rathke)

 

Die Einrichtung von Pflegekammern, die geplante Reform der Pflegeausbildung oder die jetzt festgelegte Definition von Verbandsmitteln im Rahmen des verabschiedeten Heil- und Hilfsmittelversorgungsgesetz (HHVG) bestimmen aktuell die Debatten im Gesundheitswesen – deshalb werden sie auch beim Deutschen Wundkongress (DeWu) und Bremer Pflegekongress diskutiert. Zu dem traditionellen Doppelkongress treffen sich Mediziner, Pflegende und Mitarbeiter in der Gesundheitsbranche von Mittwoch bis Freitag, 10. bis 12. Mai 2017, in der Messe Bremen und im Congress Centrum Bremen.

„Rund 125 Sitzungen stehen auf dem dreitägigen Programm, darunter Vorträge, Workshops zu den verschiedenen Schwerpunkten oder etwa die interdisziplinäre Falldiskussion ‚4 für alle Fälleʼ“, sagt Kordula Grimm, Projektleiterin bei der Messe Bremen. Der 11. DeWu rückt unter anderem die Themen „Druck“, „Onkologie“, „Raritäten“ und „Verbrennung“ in den Fokus. Das Schwerpunktthema des 12. Bremer Pflegekongresses lautet „Kommunikation“.

„Mit Menschen zu interagieren, sich auf Patienten und ihr soziales Umfeld einzulassen, Empathie mit Fakten zu kombinieren, das gehört einerseits zum professionellen Repertoire von Pflegenden. Andrerseits stellt die Verständigung mit Patienten, Kollegen und Vorgesetzten tagtäglich hohe Anforderungen an die Pflegenden. Konflikte bleiben da nicht aus“, erklärt Professorin Dr. Martina Roes, Beiratssprecherin des Bremer Pflegekongresses, den großen Bedarf an Fortbildung zu diesem Thema. In Vorträgen, Workshops und Podiumsdiskussionen erfahren Teilnehmer etwa, wie sie sich erfolgreich im Team verständigen oder worauf es bei der Förderung der kommunikativen Kompetenz in der Ausbildung ankommt.

Kompetenz und Expertise sind auch im Umgang mit dermatologischen Erkrankungen gefragt, die als „orphan diseases“ gelten, also seltene Krankheiten wie die Autoimmunerkrankung Pyoderma gangraenosum, die zu einem schmerzhaften Geschwür führt. „Bei der Behandlung solcher Raritäten funktionieren Standardkonzepte nicht. Zwar gibt es entsprechende Produkte für die Wundbehandlung. Aber es mangelt an der richtigen Diagnostik“, so Professor Dr. Joachim Dissemond. Hier setzt die DeWu-Sitzung „Seltene Diagnosen“ an. So werde im Fall von Pyoderma gangraenosum ein Ulcus etwa als Folge eines entzündeten Insektenstichs gedeutet und operiert. Dies verschlimmere aber die Symptome. Um sie richtig deuten zu können, müssen stattdessen Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen ausgeschlossen werden. „Die Differentialdiagnostik, auf die wir in dieser Sitzung in Bremen eingehen, bieten aber die wenigsten niedergelassenen Dermatologen an“, sagt der Leiter des Wundzentrums am Universitätsklinikum Essen.

Sehr schmerzhaft können auch Hautmetastasen bei weit fortgeschrittenem Brustkrebs sein. Ein etabliertes, aber selten angewendetes Verfahren ist die Elektrochemotherapie, die Privatdozent Dr. Markus Zutt erstmals in einer Sitzung beim DeWu vorstellt. Dabei handelt es sich um eine einmalige Chemotherapie, zu deren Unterstützung Elektroden in die Hautwunden eingeführt werden. „Der Strom öffnet die Zellwände, so dass das Medikament besser wirken kann“, sagt der Chefarzt der Klinik für Dermatologie und Allergologie am Klinikum Bremen-Mitte. Während das Verfahren bei Brustkrebspatienten meist palliativ eingesetzt werde, könne es Hautkrebs heilen helfen.

Der Doppelkongress ermöglicht den Erwerb von Fortbildungspunkten und kann zu einem Preis besucht werden. Auf die Eintrittspreise gilt bis Freitag, 31. März 2017, ein Frühbucherrabatt. Weitere Informationen: www.deutscher-wundkongress.de und www.bremer-pflegekongress.de.
 

   

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